Carsten Probst
Jetzt also spüre ich.
Kriecht langsam die Beine von den Füßen herauf.
Langsam wärmer.
Mit vielen dieser netten Morphiumpillen.
Silja, am Telefon oder weiß der Teufel und was immer sie auch gesagt hat, dass es schön ist.
Unsterbliche Schöne.
Was für ein Gestank, Höllengestank.
Mülltonnen im Hof.
Heute ist Mittwoch.
Morgen kommt sie. Sagt sie.
Ein wenig nervös werde ich schon sein.
Ich werde nervöser sein als sonst.
Sie weiß davon nichts.
Ich werde also auf sie zugehen. Wenn ich noch gehen kann.
Sie muss sich etwas vorbeugen, ich werde ihr dabei in die Augen sehen.
Dein gefräßiger Blick, sagt Ricci immer.
Dann gehen wir. Nur ein paar Meter. Den Arm um sie, das wird sie zulassen. Kein Problem.
Schließlich wird sie vielleicht sagen, dass mein Blick auch ihr irgendwie unheimlich ist.
Ricci sagt, es geht zu Ende.
Er muss es wissen.
Die ganze Last meiner entsetzlichen und höllischen Fantasien liegt dahinter. Hinter den Augen.
Was für Fantasien, wird sie fragen und kichern.
Mein Gott, wird sie denken, das typische Spiel eben. Aber ich kann's nicht ändern.
Sie wird verlangen, dass ich ihr wenigstens eine erzähle.
Man darf schon was verlangen.
Werde ich ihr nicht abschlagen können.
Ich bestelle ihr zum Abschied einen Jinetera Sling.
Zu mehr wird's nicht reichen, schätze ich.
Überall dieser verdammte Gestank.
Vielleicht schaffe ich es nicht mal bis Donnerstag.
Ich werde also in dieser Hinterhofwohnung liegen, umgeben von diesem Gestank, das einzige Zimmerfenster in den grauen Hof, direkt neben den Mülltonnen.
Ricci hat hier alles für mich bereitet.
Mit seinem Kennerblick.
Riccis Gästezimmer.
Mit dem rostigen Lazarusgestell.
Und wenn ich die Pillen vergesse, werden die Schmerzen unerträglich.
Wenn ich zu laut schreie. Werden sie mich rechtzeitig finden.
Mit diesen netten Morphiumpillen.
Umhegt von wohlwollenden Händen, die dich langsam einschläfern.
Wahrscheinlich finden sie, wenn sie nach dem Rechten sehen, erst einmal einen großen Haufen Scheiße.
Wird langsam immer wärmer. Von unten.
Dein Leben hätte so anders sein können, meinte Ricci.
Du müsstest nicht so Abschied nehmen, mit diesem Gedanken, dass alles zerstört ist.
Nie habe ich mich luftiger gefühlt.
Die besten Tage, seit ich denken kann, Ricci.
Nie war es leichter.
Mir geht's immer besser.
Von jetzt an.
Kriecht langsam die Beine von den Füßen herauf.
Langsam wärmer.
Mit vielen dieser netten Morphiumpillen.
Silja, am Telefon oder weiß der Teufel und was immer sie auch gesagt hat, dass es schön ist.
Unsterbliche Schöne.
Was für ein Gestank, Höllengestank.
Mülltonnen im Hof.
Heute ist Mittwoch.
Morgen kommt sie. Sagt sie.
Ein wenig nervös werde ich schon sein.
Ich werde nervöser sein als sonst.
Sie weiß davon nichts.
Ich werde also auf sie zugehen. Wenn ich noch gehen kann.
Sie muss sich etwas vorbeugen, ich werde ihr dabei in die Augen sehen.
Dein gefräßiger Blick, sagt Ricci immer.
Dann gehen wir. Nur ein paar Meter. Den Arm um sie, das wird sie zulassen. Kein Problem.
Schließlich wird sie vielleicht sagen, dass mein Blick auch ihr irgendwie unheimlich ist.
Ricci sagt, es geht zu Ende.
Er muss es wissen.
Die ganze Last meiner entsetzlichen und höllischen Fantasien liegt dahinter. Hinter den Augen.
Was für Fantasien, wird sie fragen und kichern.
Mein Gott, wird sie denken, das typische Spiel eben. Aber ich kann's nicht ändern.
Sie wird verlangen, dass ich ihr wenigstens eine erzähle.
Man darf schon was verlangen.
Werde ich ihr nicht abschlagen können.
Ich bestelle ihr zum Abschied einen Jinetera Sling.
Zu mehr wird's nicht reichen, schätze ich.
Überall dieser verdammte Gestank.
Vielleicht schaffe ich es nicht mal bis Donnerstag.
Ich werde also in dieser Hinterhofwohnung liegen, umgeben von diesem Gestank, das einzige Zimmerfenster in den grauen Hof, direkt neben den Mülltonnen.
Ricci hat hier alles für mich bereitet.
Mit seinem Kennerblick.
Riccis Gästezimmer.
Mit dem rostigen Lazarusgestell.
Und wenn ich die Pillen vergesse, werden die Schmerzen unerträglich.
Wenn ich zu laut schreie. Werden sie mich rechtzeitig finden.
Mit diesen netten Morphiumpillen.
Umhegt von wohlwollenden Händen, die dich langsam einschläfern.
Wahrscheinlich finden sie, wenn sie nach dem Rechten sehen, erst einmal einen großen Haufen Scheiße.
Wird langsam immer wärmer. Von unten.
Dein Leben hätte so anders sein können, meinte Ricci.
Du müsstest nicht so Abschied nehmen, mit diesem Gedanken, dass alles zerstört ist.
Nie habe ich mich luftiger gefühlt.
Die besten Tage, seit ich denken kann, Ricci.
Nie war es leichter.
Mir geht's immer besser.
Von jetzt an.
4 cl Havana
2 cl Ingwersirup
1 cl Maracujasirup, Soda
8 cl Grapefruitsaft rosa

Helge Leiberg