Tim Staffel
Eine Minztulpe bricht zwischen Eiskristallen
hervor, lächelt, trink mich. Lucas lacht, Achtung, jetzt, und schwarze
Halme zwischen unseren Lippen, zusammen, zusammen fließt die Flüssigkeit,
Augen zu, und noch ehe Lucas wieder lacht, ist der Rummix schon in seinem,
meinem Kopf, blüht und ordnet das Neuronendurcheinander Richtung Süden.
Limonenflocken treiben durch die Bernsteinflüssigkeit, die auf der Zunge flaumt und brennt, das Feuer weiterspült. Ganz ruhig und sanft, die Flammen hinter einem Milchglasvorhang und wir sinken, möglicherweise bleibt das Hinunterrutschen
in einem Liegestuhl, einer Hollywoodschaukel, nur Phantasie, schon fast berührt.
Mai Tai und Lucas grinst, orange bis braun, ist das ocker oder was, doch es ist Bernstein, beinahe sämig, bis der Quell der schmelzenden Kristalle den Strom verdünnt. Limonen tauchen, wir haben keine Ahnung, welcher Rum hier wo gebrannt wurde, doch die Verbindung, die den Hohlraum unserer Köpfe ausdehnt, verbindet uns, und Lucas zerpflückt die Minze, zieht die Blätter über seine Zunge, beklebt den Rand des gläsernen Mai-Tai-Bechers. Alkoholmoleküle flirren zwischen unseren Blicken, die sich knapp verfehlen. Wir setzen unsere 3-D-Brillen auf und entdecken uns ganz neu im Spiegel winziger Wassertröpfchen.
Die Luftfeuchtigkeit beträgt jetzt neunzig Prozent, und wir fädeln uns mit den Strohhalmen, die durch die Bewegung unserer Finger einen Mai-Tai-Strudel verursachen, mit den Strohhalmen im Mund fädeln wir die geweiteten Pupillen durch den Dunstschleier, prallen aufeinander. Gekühlter Gaumen, die Wärme, die den Magen weitet, lässt Lucas' Beine kribbeln, was ihm sonst nicht passiert, oder nur dann, wenn, und Synchronlachen, Synchrontrinken - Willkommen im Mai-Tai-Land, das für den Augenblick das Wohlfühlland ist. Der Bernstein, nicht mehr wunschverhangen trübe, sondern hochglanzdurchsichtig, nähert sich dem Grund, darüber nur noch Ausgehöhltes, Splittereis, verwelktes Grün. Wo ist der Grund, Lucas, der Boden, zirkuliert das Rumblut zu schnell oder zu langsam.
Gehen ausgeschlossen, und wir gehen, alles um uns herum verzerrt, maitait, also sitzen, und wir sitzen wieder, zwischen Wiesen, Tümpeln, Bänken, Kontinenten. Zwei Mai Tai, bitte, bitte zwei. Zwei Körperhändeblutbahnkreuzungen, zwei Mal Abflug, und während wir die Schlüssel suchen, weil die Schlüssel verschwunden sind, weil kein Mensch weiß, wo diese Schlüssel sind, tröpfelt schon Mai Tai aus dem Mai-Tai-Land auf unsere Zungen, vermehrt sich mehr und mehr, und wir drehen uns im Kreis, die Köpfe im Himmel, laufen wir durch diesen Regen, der uns aufgeschlossen hat und zurück in Liegestühle drückt, die Mai Tai bereits bereitgestellt hat. Die Minztulpe bricht zwischen den Eiskristallen hervor, lächelt, trink mich und Lucas lacht.
Limonenflocken treiben durch die Bernsteinflüssigkeit, die auf der Zunge flaumt und brennt, das Feuer weiterspült. Ganz ruhig und sanft, die Flammen hinter einem Milchglasvorhang und wir sinken, möglicherweise bleibt das Hinunterrutschen
in einem Liegestuhl, einer Hollywoodschaukel, nur Phantasie, schon fast berührt.
Mai Tai und Lucas grinst, orange bis braun, ist das ocker oder was, doch es ist Bernstein, beinahe sämig, bis der Quell der schmelzenden Kristalle den Strom verdünnt. Limonen tauchen, wir haben keine Ahnung, welcher Rum hier wo gebrannt wurde, doch die Verbindung, die den Hohlraum unserer Köpfe ausdehnt, verbindet uns, und Lucas zerpflückt die Minze, zieht die Blätter über seine Zunge, beklebt den Rand des gläsernen Mai-Tai-Bechers. Alkoholmoleküle flirren zwischen unseren Blicken, die sich knapp verfehlen. Wir setzen unsere 3-D-Brillen auf und entdecken uns ganz neu im Spiegel winziger Wassertröpfchen.
Die Luftfeuchtigkeit beträgt jetzt neunzig Prozent, und wir fädeln uns mit den Strohhalmen, die durch die Bewegung unserer Finger einen Mai-Tai-Strudel verursachen, mit den Strohhalmen im Mund fädeln wir die geweiteten Pupillen durch den Dunstschleier, prallen aufeinander. Gekühlter Gaumen, die Wärme, die den Magen weitet, lässt Lucas' Beine kribbeln, was ihm sonst nicht passiert, oder nur dann, wenn, und Synchronlachen, Synchrontrinken - Willkommen im Mai-Tai-Land, das für den Augenblick das Wohlfühlland ist. Der Bernstein, nicht mehr wunschverhangen trübe, sondern hochglanzdurchsichtig, nähert sich dem Grund, darüber nur noch Ausgehöhltes, Splittereis, verwelktes Grün. Wo ist der Grund, Lucas, der Boden, zirkuliert das Rumblut zu schnell oder zu langsam.
Gehen ausgeschlossen, und wir gehen, alles um uns herum verzerrt, maitait, also sitzen, und wir sitzen wieder, zwischen Wiesen, Tümpeln, Bänken, Kontinenten. Zwei Mai Tai, bitte, bitte zwei. Zwei Körperhändeblutbahnkreuzungen, zwei Mal Abflug, und während wir die Schlüssel suchen, weil die Schlüssel verschwunden sind, weil kein Mensch weiß, wo diese Schlüssel sind, tröpfelt schon Mai Tai aus dem Mai-Tai-Land auf unsere Zungen, vermehrt sich mehr und mehr, und wir drehen uns im Kreis, die Köpfe im Himmel, laufen wir durch diesen Regen, der uns aufgeschlossen hat und zurück in Liegestühle drückt, die Mai Tai bereits bereitgestellt hat. Die Minztulpe bricht zwischen den Eiskristallen hervor, lächelt, trink mich und Lucas lacht.
6 cl Rum braun, 2 cl Rum 73%
2 cl Dry Orange, 2 cl Lime Juice
2 cl Mandelsirup, 6 cl Zitronensaft

Mona Höke